Weltraummedizin im Dienst der Menschen


Prof. Dr. *Dr. nauk* Dr. med. Enrico Edinger (*VEKK – Moskau) Im Gespräch mit Friedensweg TV. Der Arzt, der seinen ganz eigenen Weg geht, seit er medizinisch-wissenschaftlicher Berater des russischen Marsprojektes ist, erzählt hier einmal, wie seine eigene Geschichte verlaufen ist, dass er selbst als ausgebildeter Facharzt sehr ernsthaft krank geworden war und zum ersten mal mit neuen, alternativen Heilmethoden der Medizin in Berührung gekommen war.

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So erfuhr er von der Wichtigkeit des sogenannten “Redox-Potentials”, das ein grundlegender Parameter für unsere Gesundheit ist, denn kein Prozess in unserem Körper kann ohne eine REDuktion oder OXidation in unserem Stoffwechsel vonstatten gehen. Auch Blut und Gewebeflüssigkeit des menschlichen Körpers weisen ein bestimmtes Redoxpotential auf, das man auch messen kann. Eine Oxidation zieht Elektronen anderer Moleküle an sich, eine Reduktion gibt Elektronen an andere Moleküle ab.

Beides ist für den Stoffwechsel und das Leben unerlässlich. Es kommt dabei aber auf die Balance an. Im Normalfall regelt der Körper sie selber wieder ein (Homöostase). Er passt alles, was er aufnimmt und alles, was er durch Stress, Aufregung, Krankheit, aber auch Freude und Leid seinen individuellen Parametern an. Ist die Balance aber zu stark zuungunsten einer Seite verschoben, kann der Mensch sich nicht mehr selber in Balance bringen. Er wird krank, brennt aus, entwickelt chronische Krankheiten oder Tumoren.

Ein gutes Beispiel, das Prof. Edinger anspricht, ist die Stress und Überarbeitung, der Burnout, der heute sehr viele besonders leistungswillige und begabte Menschen trifft. Hier, so erläutert er, spielt die Adrenalinproduktion in der Nebenniere eine große Rolle. Die Dauerbelastung des ganzen Körpers durch Noradrenalin und Adrenalin lässt den Menschen ausbrennen, der Körper steuert mit Kortison dagegen, aber er kommt nicht mehr ins Gleichgewicht. Hier spielt auch das Gleichgewicht zwischen dem Sympathikus und dem Parasympathikus eine Rolle. Das sind zwei wesentliche Gegenspieler in unserem Nervensystem, auch viszerales oder autonomes Nervensystem genannt.

Sie wirken miteinander und als Gegenspieler, wobei, abhängig von der Situation der eine oder der andere sie Führung übernimmt. Dabei werden sowohl die Organe als auch die Verhaltensweisen einbezogen. Der Sympathikus steuert unsere Organe im Hinblick auf eine tatsächliche oder empfundene Situation der (An‐)spannung oder Anstrengung. Er setzt unseren Körper in Kampf- oder Fluchtbereitschaft und macht ihn leistungsfähiger, schmerzunempfindlicher und beschleunigt die Reaktionen. Dazu werden Atmung, Blutkreislauf, insbesondere die Durchblutung der Muskeln optimiert, um möglichst schnell und viel Kraft und Energie aufzubringen. Unnötige Körperfunktionen werden „abgestellt“, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet.

Der Parasympatikus ist der Ruhe-, Verdauungs- und Erholungsnerv. Dieses Nervensystem für die Regenerierung, den Stoffwechsel und den Aufbau von Reserven verantwortlich. Er senkt die Frequenz des Herzschlages, erhöht Speichelproduktion, stimuliert Magen-und Darmtätigkeit und verengt die Bronchien. Solange das alles im Gleichgewicht ist, oder nach kurzer Zeit wieder ins Gleichgewicht gebracht wird, erholt man sich wieder. Doch gerade der „Kampf-oder-Flucht“ Zustand fordert dem Körper alles ab. In der Geschichte der Menschheit von der Altsteinzeit bis heute ist es ein äußerst effektives Notprogramm, das man für kurze Zeit aufrechterhalten kann, aber nicht auf Dauer. Damals war es der Säbelzahntiger, dem man sich stellen oder entkommen musste, heute ist es der Erfolgsdruck im Beruf. Der Unterschied: Entweder man ist dem Säbelzahntiger entkommen, hat ihn erlegt oder war dann Säbelzahntigerfrühstück – in jedem Fall war die Situation relativ bald geklärt. In heutigen Dauerstress-Situationen kann das jahrelang gehen und macht das Opfer schwerkrank.

Bei solchen Dauerdysbalancen helfen kaum die klassischen Medikamente, die nur die Symptome chemisch unterdrücken, erklärt Prof. Edinger. Es gilt, den Menschen als Ganzes wieder in die Balance, die Homöostase zu bringen. Das ist auch der Ansatz der Weltraummedizin oder Regulationsmedizin. Nur mit dieser Verfahrensweise kann man Astronauten auf Dauer in einer lebensfeindlichen Umgebung, wie dem Weltraum gesund halten.
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